Presse
„Spuren und Einblicke – Berichte, Pressestimmen und Beiträge über das künstlerische Schaffen.“

PRESSETEXT VON PROF. DR. HELGE BATHELT:
Holde Klis, geboren in Chemnitz, war u.a. in ihrem Berufsleben damit beschäftigt, Roman Klis Design mit aufzubauen. Seit Gründung der Roman Klis Design GmbH 2000 war sie bis 2014 deren Geschäftsführerin. Ab 1985 vertiefte sie ihr Kunstschaffen, das sie von Jugend an begleitet hatte, durch den Besuch von Lehrveranstaltungen im Atelier Prof. Wayan Karja, Ubud/Bali, studierte bei Herbert Güntherberg, Herrenberg und bei Hans Köhler in Stuttgart, belegte ein Seminar von Georg Glaser, Bernau/Belgien und von Prof. Roger Dale in Strasbourg, besuchte die Sommerakademien von Prof. Hans Daucher auf Capri und die in Traunkirchen mit Xenia Hausner und Prof. Georg Ritter, ferner die Sommerakademie in Salzburg mit Xenia Hausner, Luis Murschetz und Prof. Jiri Salamoun und schließlich die Akademie der Bildenden Künste an der alten Spinnerei Kolbermoor, wiederum mit Xenia Hausner. Holde Klis verfügt souverän über alle gestalterischen Mittel, die sie zur Umsetzung ihrer Bildideen benötigt. Ihre Arbeiten widmet sie weit überwiegend Themen wie Menschen denen sie begegnet, erhebt Alltägliches zu monumentaler Bildwürdigkeit wie Schuhe, Stoffballen, Macarons, gefangene oder schwimmende Fische und angelegentlich zitierte sie Bildinhalte aus der Kunstgeschichte und übersetzt sie in ein Eigenes. Nichts ist dabei, das sich durch bloße Anschauung von selbst erklärte. Stets ist noch ein Bild hinter dem Bild gültig. L’art pour l’art genügt ihr nicht. Darin trifft sie sich mit ihrem Publikum und mit ihren Sammlern. Eine Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland zeigen, dass sie im Bedeutenden längst angekommen ist mit Verkäufen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Saudi-Arabien, Schweiz und Österreich.

SPANNENDER DETAILISMUS
Die Stuttgarter Künstlerin Holde Klis
Nimm` dir eines von den Kissen. Die Sinnestäuschung ist nahezu perfekt, so als kämen Kissen, Segeltuch und Stoffdessins frisch aus dem Nähatelier. Lage, Schatten, Falten, Raffungen sind mit ihrer visuellen Körperlichkeit für einen magischen Augenblick täuschend echte Reflektionen zivilisatorischer Alltageserrungenschaften. Holde Klis hat werder Berührungsängste vor starken Farben noch Skrupel vor der Offenlegung der allerletzten Details. Ihre Protagonisten ergeben sich dem freudigen Schicksal, auf der Leinwand ein zweites, bunteres, vielschichtigeres Leben vortäuschen zu dürfen.
Ein unerhört spannender Realismus und Detailismus, bei dessen näherer Betrachtung selbst die letzten verbliebenen Ungläubigen erkennen und begreifen, dass Gott offensichtlich doch im Detail steckt. Wenn Faltenwürfe im göttlichen Licht ihre sinnlichen Formen zeigen und Macarons wie Chamäleons die Farbe wechseln, um wie verführerische Sirenen die Blicke anzuziehen, dann war Holde Klis am Werk. Wie und wo soll man es einordnen?
Als Stilvariante zwischen dem US-amerikanischen Colorfield Painting, der Pop Art Roy Lichtensteins oder dem großen deutschen Pop Artisten Werner Berges läge man nicht ganz falsch. Fragen wir am besten und ohne großes Eröffnungsredner-Pathos die Galeristen und Besucher ihrer zahlreichen Ausstellungen. Oder sie selbst. Ihrer großen Ausstellung 2018 bei der Stuttgarter Südwestbank AG gab sie jedenfalss den schönen Titel „Farbenfrohe Lustobjekte – oder was?“.
Das sagt uns doch was. hjs
Artikel in: Gefildert – Magazin für den Grossraum Filder und Umgebung, Nr. 19, Frühjahr 2019, S. 38

VON FARBEN, LINIEN UND FORMEN VERFÜHRT
Herrenberg: Holde Klis zeigt in der Kreissparkasse stoffliche und farbige
in Acryl auf Leinwand
Groß, bunt und weiblich – Holde Klis inszeniert mit ihrer Malerei in der Schalterhalle der Kreissparkasse in Herrenberg einen machtvollen Auftritt.
Bis vor zwei Jahren war die Stuttgarter Künstlerin in Herrenberg ansässig, am Aufbau und als Geschäftsführerin der Agentur ihres Sohnes Roman Klis Design war sie beteiligt.
Man staunt über die Fülle in den Bildern, die sich vor allem als eine textile Fülle erweist, über Farben, die eine frühlingshafte Frische in den Raum bringen. Lockt da ein Augenschmaus, ein Fest der Exotik, der Emotionen? Von Farben, Linien und Formen verführt, geht man auf Entdeckungsreise. Sie führt in ferne Länder – und stets trifft man auf ein hohes Kulturgut: auf Stoffe und ihre Verarbeitung zu nützlichen, repräsentativen und dekorativen Dingen wie Kissen, Decken, Sonnenschirme, Turnschuhe, Handtaschen, Kopftücher, Fahnen und vieles mehr. Alles ist in Bewegung, üppig wallen, fälteln und bauschen sich Stoffe in Hülle und Fülle, vereinzelt trifft man auf Menschen oder Tiere. Textile Stoffe, Ausdruck von Lebensart und Kreativität überall auf der Welt führen in den Bildern von Holde Klis ein besonderes Eigenleben.
Kissenstapel, Stoffrollen, Stoffballen und Sonnenschirme in Reih und Glied, einige Paar Schuhe, drapierte Stoffe – die Malerei ist im Ansatz gegenständlich und weist in die Abstraktion. Des nützlichen oder dekorativen Zweckes enthoben, werden die Dinge in einen neuen Zusammenhang gestellt. Sie tragen die Spuren der einstigen Funktion, zugleich die Spuren des schauenden Umgangs mit Stoffen und Dingen. „Am liebsten gehe ich auf Entdeckungsreise“, erzählt Holde Klis über die Entstehung ihrer Bilder. Sie lässt sich von der Umgebung anregen – wie bei den aufgereihten hellgelbblauen Sonnenschirmen: Sie ähneln der Fjord-Landschaft, in der sie eng zusammengebunden am Ufer standen. Die genaue Beobachtung von Falten und Höhlungen, die gekonnte malerische Umsetzung von Licht und Schatten rufen den Eindruck einer Inszenierung hervor. Die Dinge erfahren eine Verwandlung vom schmückenden, wärmenden Utensilin Rollenspieler in alten und neuen Geschichten.
Im Atelier gestaltet Holde Klis ihre eigenen Kompositionen: Eine Reihe von Rollen ganz unterschiedlicher Stoffe verwandelt sich in ein „Rollenspiel“. Ein Kissenstapel „Erbse“ weckt die Assoziation an das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse oder auch an einen schiefen Turm. Die häusliche Ausstattung gibt manch Textiles, auch von Reisen Mitgebrachtes her, zudem kauft Holde Klis auch Stoffe für ihre Inszenierungen ein: Sie werden sorgfältig drapiert, fotografiert, verändert und schließlich gemalt. Eine Serie vondrapierten Stoffbildern ließ sie wie Kissen auf Rahmen ziehen.
Die Faszination für Textiles erklärt die Künstlerin damit, dass sie damit aufgewachsen ist – die Mutter war Modedesignerin. Viele unterschiedliche Stoffe verwendet sie für ihre Malerei, glänzend, matt, rau, seidig, mit Spitzen oder Ornamenten verziert, einfarbig, geblümt oder gestreift. Mit großer Genauigkeit arbeitet sie an der malerischen Ausarbeitung und offenbart auch hierin ihre Faszination für die Vielfalt gewebter Dinge.
Die Werke von Holde Klis sind attraktiv, beim Betrachten stellt sich aber auch eine Art Verfremdungseffekt ein: Mit Kissen verbindet man Weichheit, Kleider-stoffe schmiegen sich weich um ihren Träger, Stoffe verändern sich, knittern, verschleißen – in der aufgespannten Oberfläche jedoch werden ihre Eigen-schaften und die innewohnende Veränderlichkeit gebannt. So stellt sich ein innerer Abstand im Betrachter ein, der dem Bild etwas Erhabenes gibt. Lebendige Nähe hingegen verspürt man dort, wo sich Mensch und Stoff vereinen: Fünf Mädchen mit geflochtenen Frisuren blicken vom Betrachter weg und wecken Neugier darauf, wer sie sind. Auch eine füllige, sommerlich weiß gekleidete Frau weckt die Fantasie, indem sie über eine Balustrade gelehnt aufs Meer hinaussinnt. Eine Kopftuchträgerin ist die Einzige in der Ausstellung, das Porträt ist ein freundlicher Blick auf das schmückende und schützende Utensil.
Ursprünglich erlernte Holde Klis den Beruf der Wirtschaftskorrespondentin, früh entdeckte sie ihre Begabung als Zeichnerin und fertigte Illustrationen. Warum nicht auch auf große Leinwände malen? Mit diesem Gedanken suchte sie eine intensive Ausbildung auf diesem Gebiet, besuchte Sommerakademien und Ateliers namhafter Künstler in Salzburg, Capri, Belgien, Straßburg und Bali. In zahlreichen Ausstellungen präsentierte sie ihre Werke, nun tut sie es zum ersten Mal in Herrenberg, wo sie bis vor zwei Jahren beheimatet war.
Die Bilder sind bis Freitag, 21. April, in der Herrenberger Niederlassung der
Kreissparkasse zu sehen, Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.
Gabriele Pfaus-Schiller: Von Farben, Linien und Formen verführt, in: Gäubote/Die Herrenberger Zeitung, Freitag, 31.03.2017

STOFFWECHSEL
Faszinieren muss jeden Betrachter, mit welch deutlich spürbarer Hingabe, mit welcher Leidenschaft zur Akribie, Alltägliches unter die Lupe genommen wird und einen Ausdruck erhält, den man gewiss nicht alle Tage anzutreffen vermag. Hieraus spricht der scharfe Blick der Illustratorin, der gepaart ist mit einer Empathie selbst
für die kleinsten Dinge.
Nehmen wir beispielsweise diejenigen Arbeiten, in denen Textiles in den Fokus gerückt wird. Die anscheinend harmlos und absichtslos übereinandergestapelten Kissen, entpuppen sich bei genauer Analyse der kompositorischen Anlage als dramaturgisch gekonnte Inszenierung. Sie sind nicht Kulisse, nicht Staffage, sie sind die Hauptperson des Stückes. In gekonnter Manier atmen die verschiedenen Texturen die Ahnung ihres unterschiedlichen Charakters, den Holde Klis ihnen mit feinem Strich eingehaucht hat.
Auf der Grundlage genauer Beobachtung und mit einer klaren Vorstellung von formaler wie inhaltlicher Aussage geht die Künstlerin ans Werk; man könnte sich wahlweise an einen Turmbau zu Babel oder an das Märchen von der Prinzessin auf der
Erbse erinnert sehen.
Die Künstlerin erzählt also Geschichten, die – angestoßen durch den sinnlich wahrnehmbaren Gehalt – von dem empfindsamen Betrachter fortgesponnen werden. So umfängt einen etwa in den galant drapierten Faltenwürfen eines Segeltuches die frische, raue Brise der Fjordluft, die Kühlheit des Lichtes dringt unmittelbar über die Netzhaut ins Innerste. Kontrastreiche Schattierungen werden mit Bedacht gewählt, durch zarte Nuancierungen stellt sich eine harmonische Wirkung ein, die jedoch stets
spannungsvoll ist.
Martin Handschuh, Rektor der Freien Kunstschule Stuttgart

MENSCHLICHES
Holde Klis zeigt sehenswerte Momentaufnahmen in aufwendiger Manier gemalt, die ihr Auge entdeckt hat. Dazu gehört auch der „Luis-Trenker“-Typ mit einem T-Shirt, auf dem „bockig“ steht . Sie interpretiert und erzählt in ihren Bildern, die berühren. Gerne fährt der Betrachter im Boot mit hinaus auf den See, oder schaut auf den reichhaltigen Fischfang – im Gemälde. Aber auch Bilder wie „Lola rennt“, ein Hund vor buntem Hintergrund, überraschen den Betrachter in ihrer Farbigkeit, Komposition und Bewegung.
„Holde Klis ist eine unabhängige Malerin. Ihre Sujets wählt sie lustbetont. Farbe beansprucht sie als Sympathieträger, verbreitet Frische und sommerliche Gefühle. Sie lebt an der Staffelei am Tag im Traum und bildet Fluchtwege ins Angenehme ab. Stressgeplagte werden ihre Bilder sofort verstehen.
Spürbar ist vor allem der Einfluss von Xenia Hausner, phänomenale Malerin und Tochter des berühmten Phantastischen Realisten. Holde Klis ist viel zu sehr eigenständige Persönlichkeit um nach Mustern zur Übernahme zu suchen. Hausner aber hat mit ihrem Verhältnis zur Freiheit der Farbe Wirkung gezeigt und eben das lebt Klis diszipliniert in ihrer Kunst aus. Parallel ist auch die Liebe zum veritablen Format und damit zum raumprägenden Bild. Bei aller Akkuratesse hat sie sich nie von einem Teil Fabulierlust abhalten lassen. Sie entlädt sich in ihren Sujets und macht die begabte Malerin zu Künstlerin “ sagt Prof. Dr. Helge Bathelt, Vorsitzender des Kunsthöfle in Bad Cannstatt.
Auszug aus einem Artikel für die Cannstatter Zeitung von Iris Frey

REALE UND FANTASTISCHE WELTEN
Bad Canstatt: Werke von Holde Klis und Bernd Winckler im Amtsgericht bei der Galerie Kunsthöfle bis 18. Juli
So oder so. Zwei Malansichten sind derzeit bei der Galerie Kunsthöfle im Amtsgericht Bad Canstatt zu sehen: Werke von Holde Klis und Bernd Winckler. Geimeinsam ist Ihnen, dass sie gerne mit expressiven Gegensätzen der Farben malen.
Doch wie, das ist sehr unterschiedlich.
Holde Klis befasst sich momentan mit dem Malen von Stoffen in Öl auf Leinwand. Es sind spannende Ausschnitte, die sie dabei wählt: Kissen gestapelt, Stoffballen, die lagern, oder Stoffe, die als Ausschnitte von Sonnenschirmen auf die Leinwand gebannt sind. Das Spannende: Klis malt Stoffe in realistischer Manier, fast zum Anfassen schön. Exact der jeweilige Faltenwurf, genial gekonnt gemalt. Aber auch Bilder wie „Lora rennt“, ein Hund vor buntem Hintergrund, überraschen den Betrachter in Ihrer Farbigkeit, Komposition und Bewegung.
Den Stapel Kissen nennt sie „…Erbse“. Wer immer als Prinzessin darauf Platz nehmen darf, immer gerne doch. „Stoffe inspirieren mich“, sagt Klis. Und sie können auch den Betrachter inspirieren. Auch Personen malt Klis, etwa „Die fantastiechen Fünf“ – inspiriert durch ihre Enkelkinder. Klis hat schon immer eine Leidenschaft für die Malerei. Im Amtsgericht zeigt sie sehenswerte Momentaufnahmen in aufwendieger Manier gemalt, die ihr Auge entdeckt hat: Dazu gehört auch der „Luis-Trenker“- Typ mit einem T-Shirt, auf dem „bockig“ steht und ein Internetverweis auf eine soziale Einrichtung. Sie interpretiert und erzählt in ihren Bildern, die berühren. Gerne fährt der Betrachter mit hinaus auf den See im Boot oder schaut auf den reichhaltigen Fischfang – im Gemälde.
„Sie ist eine typische Schülerin von Xenia Hausner“, sagt Professor Helge Bathelt, Vorsitzender des Kunsthöfle. Bei Hausner hat die Künstlerin aus Stuttgart studiert. Sie ist ihr Vorbild. „Klis hat einen zügigen Duktus und ist technisch absolut brillant in den unterschiedlichsten Themen“, so der Vereinsvorsitzende. Klis stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie hat eine Designagentur aufgebaut, die nun ihr Sohn führt und kann sich jetzt verstärkt der Malerei widmen. Klis hat bei einem Schüler Orliks, bei Herbert Güntherberg, studiert, war bei Luis Murschetz, Jiri Salamoun und Xenia Hausner in Salzburg, profitierte von ihrer Begegnung mit Wayan Karja auf Bali und Hans Daucher auf Capri. […]
Iris Frey: Reale und fantastische Welten, in: Cannstatter/Untertürkheimer Zeitung, Mittwoch, 22. Juni 2016
